Ono kritisiert Arbeitsbedingungen bei Capcom: “Capcom ist an meinem Zusammenbruch Schuld.”
Dass Arbeiter in Firmen oft nicht so behandelt werden wie sie sollen, dürfte nach massenhaft Schlagzeilen zum Elektronikhersteller Foxconn, der für Apple, Nintendo, Microsoft, Sony und viele weitere Unternehmen deren Produkte herstellt.
Aber auch in der Spielebranche gibt es Entwicklerfirmen, die es nicht ganz so ernst mit den Arbeitsbedingungen nehmen. Yoshinori Ono, das Gesicht hinter der Street Fighter Serie kann nur schlecht über Capcom sprechen.
“Capcom was very good at squeezing people to the last drop of their blood to get work done.”
Deutsche Übersetzung
“Capcom war sehr gut darin, aus dem letzen Tropfen Blut eines Menschen noch Arbeit herauszuquetschen.”
Capcom war 1999 mit Street Fighter III: Third Strike so zufrieden, dass man ersteinmal keine Forsetzung geplant hatte. Ono wollte aber neue Ideen verwirklichen, was von Capcom ignoriert wurde. Erst als Journalisten und Fans nach einem neuen Street Fighter verlangten und dieses Verlangen sich mit den Jahren immer vermehrte und “lauter wurde”, kam Bewegung bei Capcom auf. Fast ein ganzes Jahrzehnt später konnte Capcom das nicht mehr ignorieren und beauftragte Ono mit Street Fighter IV.
“Journalists and fans have the power to move Capcom – not producers. With so many voices crying out for a Street Fighter game Capcom could no longer ignore it any more and so they gave the green light for a prototype and they asked me to create it. It’s a miracle that happened after a decade…”
Deutsche Übersetzung
“Journalisten und Fans haben die Macht Capcom zu bewegen – nicht wir Entwickler. Nachdem so viele Stimmen nach einem neuen Street Fighter schrien, konnte Capcom das nicht länger ignorieren, also gaben sie grünes Licht für einen Prototypen und fragten mich, ob ich das Spiel entwickeln möchte. Es ist ein Wunder, dass das nach einem Jahrzehnt noch geschah…”
Im April 2012 ist Yoshinori Ono zusammengeborchen und wurde ins Krankenhaus geliefert. Nur er selbst weiß, wer daran Schuld ist. Gegenüber Eurogamer gab er offen zu, dass Capcom ihn überarbeitet hat.
“Capcom doesn’t allow a trade union or any sort of worker movement you see. So if I complain I will probably get sacked. You have to say it for me, OK? I want you to write: ‘Capcom overworks Ono’. That’s your headline.”
Deutsche Übersetzung
“Capcom erlaubt keine Gewerkschaft oder eine andere Art von Arbeiterbewegung. Wenn ich mich beschwere, dann werde ich vermutlich gefeuert. Ihr müsst es für mich sagen, OK? Ich will dass ihr schreibt: ‘Capcom überarbeitet Ono’. Das ist eure Schlagzeile.

Das Ganze liest sich mehr als tragisch. Das überraschende an der ganzen Sache war allerdings, dass er wenige Wochen nach seinem Krankenhausaufenthalt bereits auf der Capcom eigenen Messe Captivate in Rom vertreten war. Seiner Aussage nach hat man bei Capcom keine Rücksicht auf seinen gesundheitlichen Zustand genommen. Entgegen der Aussagen, dass Capcom ihm vom Besuch der Captivate abhalten solle, äußert er sich folgendermaßen:
“Whoever told you that is lying. The situation is the complete opposite. Nobody told me to take a rest. When I returned to work, Capcom didn’t even acknowledge that I had been in hospital. There was no change in my schedule. I was at home for an entire week before the doctors allowed me to return to work. When I returned to my desk there was a ticket to Rome waiting for me. There’s no mercy. Everyone in the company says: ‘Ono-san we’ve been so worried about you.’ Then they hand me a timetable and it’s completely filled with things to do.”
Deutsche Übersetzung
“Wer auch immer euch das erzählt hat, der lügt. Die Situation ist das komplette Gegenteil. Niemand sagte mir, dass ich eine Pause machen soll. Als ich wieder zur Arbeit kam interessierte es Capcom nicht einmal dass ich im Krankenhaus war. Ich war eine ganze Woche zu Hause, bis die Ärzte mir wieder erlaubten zur Arbeit zu gehen. Als ich dann zu meinem Schreibtisch zurückkehrte, lag da ein Ticket nach Rom für mich. Es gibt keine Gnade. Jeder in der Firma sagte zu mir: ‘Ono-san, wir haben uns so um dich gesorgt.’ Dann gaben sie mir einen Zeitplan, der komplett mit Arbeit vollgefüllt war.”
Was Yoshinori Ono als nächstes machen wird, wollte er nicht verraten. Er will Kampfspielen allerdings nicht den Rücken kehren und freut sich darauf, die Next-Gen der Kampfspiele einzuläuten.
“There have been rumours saying Ono is dead or retiring. None of that’s true. I want to support the next generation of fighting game. It’s my job. It’s my calling.”
Deutsche Übersetzung
“Es gab viele Gerüchte, die besagten dass Ono tot oder im Ruhestand ist. Keines davon ist wahr. Ich möchte die nächste Generation des Kampfspiels unterstützen. Es ist mein Job. Es ist meine Berufung
Quelle: Joystiq / Eurogamer
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4 Kommentare
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Echt schlimm zu lesen
Hoffentlich wird das bald mal besser. Bei EA soll es ja auch nicht viel besser sein!
Solche Negativmeldungen häufen sich in letzter Zeit leider. Die Arbeitsbedingungen bei Studio Bondi, die L.A. Noire entwickelt hatten, sollen ja auch sehr mies gewesen sein. Und 38Studios, die hinter Kingdoms of Amalur stecken, wurde komplett aufgelöst, weil sich das Spiel nicht oft genug verkauft hat.
Kein Wunder das bei vielen Capcom Serien die Qualität leidet. Wenn ich versklavt werden würde, wäre meine Arbeitsmoral auch am Boden!
dem gibt es nichts mehr hinzu zu fügen!!