Review: Beat the Beat: Rhythm Paradise
Publisher: Nintendo
Genre: Minispiele / Rhythmus
Platform: Wii
Release: 07.07.2012

Review: Beat the Beat: Rhythm Paradise

Unsere Wertung
9.0
Pro: Viele Minispiele | Freischaltbare Soundtracks | Passende Beats | Einfache Spielmechanik | Förderndes Spielprinzip
Kontra: Würde auf einem Handheld besser funktionieren | Für manch einen zu eintönig

Wer von Rock Band und Guitar Hero und deren Plastikinstrumenten die Schnauze voll hat, und lieber im passenden Rhythmus die Wii-Fernbedienung betätigen will, der wird wohl mit Beat the Beat: Rhythm Paradise sein zukünftiges Lieblingsspiel gefunden haben. Warum auch Rhythmus-Unbegabte einen Blick auf das Spiel werfen sollten, erfahrt ihr in unserem Test.

Der ganze Chor: “Ohh!”

Wer bereits den Beat the Beat Vorgänger Rhythm Paradise auf dem Nintendo DS gespielt hat und wem das Spiel auch gefallen hat, der kann getrost das komplette Review überspringen, in den nächsten Laden düsen (oder einen Online-Händler aufrufen) und Beat the Beat  ohne Bedenken kaufen. Das Spiel bietet nämlich genau das selbe, gut durchdachte Spielprinzip, wie sein Nintendo DS Vorgänger. Für das Spiel selber sollte man ein Gefühl für Rhythmus haben, wie es auch schon der Titel des Spiels vermuten lässt. Deswegen wird nach dem Start von Beat the Beat das eigene Rhythmusgefühl auf die Probe gestellt. Dazu drückt man zu einem Beat passend und am besten zeitgleich den A-Knopf. Gemessen wird dann, ob man zu früh, zu spät oder sogar perfekt zum Beat den A-Knopf gedrückt hat. Man sollte sich von dem Ergebnis allerdings nicht erschrecken lassen, denn durch die Minispiele verbessert man wirklich spürbar das eigene Gefühl zum Rhythmus. Minispiele, darum geht es bei Beat the Beat: Rhythm Paradise. Grob gesagt ist jedes Minispiel anders aufgebaut. Andere Darstellungen, andere audiovisuelle Aufmachung. Im Kern drückt ihr aber immer passend zum jeweiligen Beat den A-Knopf, manchmal auch den A- und B-Knopf gleichzeitig. Die Darstellung des Spiels dient dabei eigentlich nur der Vollständigkeit. Das Spiel kann meiner Meinung nach nahezu komplett mit geschlossenen Augen abgeschlossen werden, wenn man sich voll und ganz auf den Beat konzentriert. Kommt nämlich ein besonderer Rhythmuswechsel, in dem ihr beispielsweise zweimal schnell hintereinander den A-Knopf betätigen müsst, dann wird das mit einem bestimmten Signal angekündigt, das perfekt zum bestehenden Beat des Minispiels passt und eigentlich keine Umgewöhnung des Rhytmusses erfordert.

3 Fische an der Angel

Damit ihr bei jedem neuen Minispiel nicht ins kalte Wasser geworfen werdet, wird euch zu Beginn die Spielmechanik erklärt und beigebracht. Bei dem Minispiel, in dem ihr beispielsweise ein Angler seid, gibt es drei verschiedene Fische, die natürlich verschieden schnell an der Angel anbeißen, die ihr dann natürlich mit dem A-Knopf aus dem Wasser ziehen müsst. Du Beginn des Minispiels wird euch also erst das “Fangen” des ersten Fisches beigebracht. Dieser pickt zweimal an die Angel bevor er dann beim dritten Mal anbeißt, woraufhin hier sofort A drücken müsst. Mitzählen auf 3 im Kopf kann helfen: “Eins, Zwei, A drücken”. Der zweite Fisch hat einen anderen Beat in dem er anbeißt. Er geht zwar ein paar mal im Offbeat an den Köder der Angel, wenn ihr aber die ganzen Zahlen im selben Takt wie beim ersten Fisch mitzählt, dann dürftet ihr bei diesem auch keine Probleme haben. Der dritte Fisch agiert wieder in einem anderen Beat. Zu Beginn des Minispiels werden euch also alle drei Mechanismen beigebracht. Nachdem ihr alle gelernt habt (ihr müsst dabei jede zweimal erfolgreich abschließen), beginnt das eigentliche Minispiel. Anstatt eines einfachen Taktes ertönt nun eine Melodie, zu der sich der Beat der an die Angel anstupsenden Fische gut ergänzt. Wer damit seine Probleme hat und sich zu sehr auf die visuelle Darstellung konzentriert und sich dadurch verwirren- und aus der Ruhe bringen lässt, der zählt eben im Kopf mit. Beim euch Golfbälle zuwerfenden Äffchen genügt das Betätigen des A-Knopfes im Takt; hin und wieder erfolgen Geschwindigkeits- und damit Taktwechsel, die aber kein zu großes Problem darstellen sollten. Der große Affe wirft den Golfball schneller zu, er kündigt einen Wurf aber mit einem, natürlich zum sonstigen Rhythmus und zur Melodie passenden Schrei, an.

Remix

Man kann sagen, dass Beat the Beat aus mehreren Level besteht. Jedes Level beinhaltet fünf Minispiele, wobei das fünfte Minispiel ein sogenannter Remix ist, der, wie der Name schon verraten lässt, eine Zusammenstellung der vier Minispiele des Levels ist, schön verpackt in einen Rhythmus. Hier müsst ihr die Rhythmen der vorherigen Spiele inne haben, da euch beim Remix kein Training bevor steht, in dem ihr alle Rhythmen noch einmal beigebracht bekommt. Und anstatt Rhythmenwechsel habt ihr Minispielwechsel.

Je nachdem wie ihr ein Minispiel abschließt, bekommt ihr eine Bewertung. Habt ihr kaum Fehler gemacht, dann bekommt ihr die Auszeichnung “Superb!” mit einer Medaille, die fortan das kleine Minispiel-Symbol in der Levelauswahl schmückt. Zudem schaltet ihr mit Medaillen sogenannte Endlosspiele frei, die sich unendlich oft wiederholen lassen, wie z.B. das anschucken eines Autos. Habt ihr hin und wieder Fehler gemacht, es aber nicht mehr für “Superb!” gereicht hat, dann bekommt ihr ein “Aber nur O.K.” zu sehen. Wart ich eher mittelmäßig, dann dürft ihr euch mit dem “O.K.” zufrieden geben, wenn euch das Spiel nicht “Noch mal…” erblicken lässt, woraufhin ihr das Minispiel logischerweiße wiederholen müsst, bis ihr es geschafft habt, sonst schaltet ihr nämlich nicht das nächste Minispiel frei.

Wenn ihr ein Minispiel wirklich einmal nicht schaffen solltet, dann könnt ihr das Café besuchen, das euch im Notfall das nächste Minispiel freischaltet. Das Café gibt euch auch hin und wieder Tipps, wo der nächste “Perfekt”-Wettbewerb stattfindet. Bei dem Perfekt-Wettbewerb müsst ihr ein bestimmtes Minispiel perfekt absolvieren. Dann ziert das Minispiel-Symbol auf der Levelauswahl ein “Perfekt”-Rahmen, zudem schaltet ihr den Soundtrack des derzeitigen Minispiels frei, den ihr jederzeit anhören könnt. Ihr habt insgesamt drei Versuche, ein Minispiel perfekt zu absolvieren. Startet ihr ein Minispiel das vierte Mal neu, habt ihr eure Chance vertan.

Japanisch oder Englisch, das ist hier die Frage!

Nett ist, dass ihr die Auswahl zwischen englischer und japanischer Soundausgabe habt. Somit könnt ihr die Minispiele mit den original japanischen Zurufen, oder deren englischer Synchronisation spielen. Eine nette Dreingabe, wie wir finden. Die visuelle Darstellung passt perfekt zum Spiel, die hauptsächlich aus einem Bild mit wenigen animierten Elementen besteht. Alles ist dabei sehr schön gezeichnet. Passend dazu sind auch die Beats, die stets zu dem Setting des Bildes passen. In den Remixen kommen dabei “echte” Songs zum Einsatz.

Habt ihr die vielen Minispiele durchgespielt, deren Schwierigkeitsgrad immer weiter zunimmt, dann könnt ihr euch daran versuchen, bei jedem der Minispiele die Wertung “Superb!” mit Medaille abzustauben, um alle zusätzlichen Endlos- und Taktspiele freischalten zu können. Wem das nicht reicht, der spielt jedes Minispiel perfekt. Die passende Auszeichnung + freigeschaltetem Soundtrack gibt es aber nur, wenn bei dem Minispiel gerade ein “Perfekt”-Wettbewerb läuft.

Zusätzlich gibt es (lediglich) acht Multiplayer-Minispiele, die zusammen mit einem Partner gespielt werden können. Hier wurde aber Potential verschenkt. Der Fokus des Spiels liegt dabei klar auf den Solo-Spielen.

Fazit

Beat the Beat: Rhythm Paradise ist eine gelungene Minispielsammlung, die die Lebenszeit der Wii gebührend abschließt. Wer meint, dass die Minispiele aufgrund der im Kern stetig gleichen Spielmechanik eintönig werden, hat sich geschnitten, denn der ansteigende Schwierigkeitsgrad sorgt für Frust und Motivation zugleich. Die Beats sitzen alle und passen perfekt zu den Minispielen. Wer vorher keinen Rhythmus im Blut hat, wird nach spielen des Spiels eindeutig einen haben. Wer schon kein Fan des DS-Vorgängers Rhythm Paradise oder der Wario Ware-Serie ist, der wird auch mit Beat the Beat: Rhythm Paradise nicht warm. Insgesamt kann man aber sagen, dass das Spielprinzip besser auf einem Handheld funktioniert, da man sich mit diesem jederzeit irgendwo hin schmeißen (Sofa, Bett, …) und ein paar Minispiele spielen kann. Da ist der Aufwand die Wii für ein paar Minispiele einzuschalten einfach zu groß.

Dem Spiel eine Wertung zu geben fällt mir übrigens sehr schwer, da Beat the Beat komplett aus Minispielen besteht, die mit simplem Knöpfe drücken zu absolvieren sind. Minispiel-Fans, insbesondere von Wario Ware, werden ihren Gefallen daran finden.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!

Review: Beat the Beat: Rhythm Paradise, reviewed by BobQuentok on 2012-07-27T12:06:11+00:00 rating 9.0 out of 10

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BobQuentok


Schüler. Hört den ganzen Tag über Musik und liebt Rock Band bzw. Musik-Spiele über alles. Begeistert sich neben Videospielen auch für Android, Linux, OS X und Webentwicklung und Gestaltung.

3 Kommentare

  1. Profilbild von rowDy
    rowDy
    28. Juli 2012, 21:25

    Tja sehe es auch so, das Spiel ist sicher wie sein Vorgänger klasse, aber mir ist es einfach keinen Vollpreis wert. Sowas ist der perfekte Downloadtitel!

  2. Wii: Beat the Beat: Rhythm Paradise
    5. August 2012, 18:03

    [...] Horde Affen auf Trab bringen – und vieles mehr. Ganz einfach mit der Wii-Fernbedienung. Wer den Groove raus hat, kann sich an noch härteren Rhythmen im Perfekt-Modus messen oder kann mit einer großen [...]

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