Genre: Adventure
Plattform: PC
Release: 15.06.2012
Review: Memento Mori 2 – Wächter der Unsterblichkeit
Ein Adventure-Spiel aus deutschen Landen, das auf seiner Verpackung einen “Crime-Thriller in filmreifer Optik” verspricht und sich mit seinem Titel an ein beliebtes Thema der Malerei und Dichtung des Barock anlehnt. Da wird dann doch eine gewisse Erwartungshaltung geschürt. Ob das Spiel seinen großmundigen Versprechungen gerecht werden kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Hochzeitsreise mit Hindernissen
Der Ausdruck Memento mori entstammt dem mittelalterlichen Mönchslatein, wo er vermutlich verballhornt wurde aus Memento moriendum esse, also: „Bedenke, dass du sterben musst“. Er ist ein Symbol der Vanitas, der Vergänglichkeit.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Memento_mori).
Hauptfiguren des Spieles sind Lara und Max Durand, ein frisch verheiratetes Paar, dass seine Flitterwochen im sonnigen Kapstadt verbringt. Sie ist Leiterin der Abteilung für Kunstdiebstahl und -fälschung bei Interpol, er ist Maler, Kunstexperte und ehemaliger Kunstfälscher, die Lebensläufe unserer Protagonisten sind somit nicht gerade alltäglich. Max leidet unter Visionen und Albträumen, die er verarbeitet, indem er sie malt. Das wiederum ist schon fast wieder alltäglich, schließlich gilt die Depression inzwischen ja als Volkskrankheit.
Ein ungebetener Anruf bringt nun den Stein der Handlung ins Rollen. Lara möge sich doch bitte um einen Kunstdiebstahl kümmern, fordert die Stimme am Telefon, die offensichtlich einem von Laras Interpol-Kollegen gehört. Zusammen mit Max begibt sie sich zu der ausgeraubten Galerie und der Spieler tritt fortan als Aushilfsdetektiv in die Dienste Interpols.
“Filmreife Optik”? Naja, fast.
Das Spiele setzt für das Adventure-Genre neue Grafik-Maßstäbe. Sonst setzen Adventures wie Deponia oder Edna bricht aus eher auf Comic-Optik oder bedienen sich wie Machinarium und Botanicula kunstvoll detaillierter Bilder. Bei Memento Mori 2 hat man sich für einen realistischen Ansatz entschieden und die Ergebnisse können sich echt sehen lassen. Die Gesichter der Figuren wirken duch Unebenheiten echt und versuche nicht, durch künstliche Glattheit “schön” zu wirken. Auch die guten Charakteranimationen, wenn sie auch nicht immer durchgehend stimmig sind, sorgen für die erfolgreiche Umschiffung des “uncanny valley”. Die eindrucksvollen Licht- und Schatteneffekte lassen auch die vielen verschiedenen Schauplätze stets realitätsnah wirken.
Auch bei den Sprechern hat man nicht gekleckert: Nana Spier, die unter anderem Sarah Michelle Gellar als Dämonenjägerin Buffy ihre Stimme lieh oder Sascha Draeger, den Hörbuch-Fans als TKKG-Tim kennen.
Die Soundkulisse in Memento Mori 2 ist wirklich gut, aber manchmal doch merkwürdig: Zuerst war ich begeistert darüber, dass sich die Galerie so belebt anhörte. Dann jedoch fiel mir auf, dass sich in der Galerie nur eine Handvoll Personen befinden, die sich zudem auch noch sehr ruhig verhalten, dennoch klingt es als ob das Ausstellungsgebäude voller Besucher wäre. Es kann aber auch sein, dass ich einfach zu viel über unbedeutende Details nachdenke.
Kopfnussknacker sind gefragt
Bei den Rätseln muss man zwar manchmal etwas um die Ecke denken, aber mit genügend Kopfzerbrechen sind auch diese lösbar. Darüber hinaus sind sie gut in die Handlung integriert.
Außerdem gibt es auch ein nützliches Hilfesystem, welches einem für kurze Zeit sämtliche Interaktionsmöglichkeiten innerhalb eines Bildschirmausschnittes einblendet. Sollte man einmal einen anklickbaren Bereich übersehen haben, entgeht einem hiermit gar Nichts.
Auch die Ladepausen halten sich in einem angenehmen Bereich, wenn man nicht den gleichen Fehler begeht wie ich und statt des Item-Menüs zu schließen wieder in das Hauptmenü zurückkehrt. Aber für mein Daneben-Klicken kann ich ja schließlich nicht das Spiel verantwortlich machen. Es nervt etwas, wenn man ein Item noch ausgewählt und dann beispielsweise eine Tür öffnen möchte, der Charakter jedoch
Fazit:
Eine spannende Geschichte, interessante und gut gesprochene Charaktere, knackige Rätsel und eine beeindruckende Grafik. Memento Mori 2 setzt definitiv neue Maßstäbe im Adventure-Genre und ist für Adventure-Fans ein absolutes Muss. Kleinere optische Mängel und spielerische Unzulänglichkeiten fallen kaum ins Gewicht.
Vielen Dank an dtp entertainment für die freundliche Bereitstellung des Testmusters!
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